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  Pressestimmen  
     
 
Du liebst mich nicht!   Weiber, Wahnsinn und Dämonen   Im süßen Traum, bei stiller Nacht
     
  "Weiber, Wahnsinn und, Dämonen" in der Gärtringer Villa Schwalbenhof
(Gäubote 2.2009, von Thomas Volkmann)

Wie in den "Jontef"-Programmen liegt auch hier das Augenmerk auf der Darstellung dessen, was gemeinhin als typisch jüdische Humor bezeichnet wird.
Langer schlüpft dazu in verschiedene Rollen, verkörpert Singer, dessen als Rabbi wirkenden und an Dämonen glaubenden Vater oder die vernunftgesteuerte Mutter. Köstlich, wie er die den Glauben mit eiskalter Logik untergrabende Geschichte jener toten Gänse erzählt, die erst ab jenem Moment nicht mehr kreischen, in welchem die Mutter ihnen die Luftröhren aus dem Hals reißt. "In der alten Welt gingen alle mit ihren Sorgen zum Rabbi, in der neuen Welt zum Psychoanalytiker", nennt Langer eine von Singers kongenial auf den Punkt gebrachten Aussagen.

Zwischen diesen sich im Spannungsfeld zwischen Religion und Moderne, Mystizismus und rationaler Einsicht bewegenden Bemerkungen ließen Langer und der am Klavier begleitende Günther immer wieder Lieder des 1922 in Wien geborenen Chansonniers, Satirikers und Kabarettisten Georg Kreisler einfließen. Lieder, die auch von der Liebe handelten und diese trotz wiederholter Tiefschläge im Leben hochleben ließen. Bissiger Humor, so bewies der unterhaltsame wie nachdenklich stimmende Abend in der Villa, muss dazu ein geeignetes Mittel gewesen sein.

 

Doch der Träumer ist bereits frisiert
(Mai 2005)

Weltliteratur auf Jiddisch schrieb der 1904 geborene Dichter Isaac Bashevis Singer. In Übersetzungen in alle Weltsprachen gewann er ein Millionen-Publikum, erhielt 1978 den Nobelpreis für Literatur. Drei Erzählungen Singers hat das Duo Jontef bearbeitet, und sie mit Chansons von Georg Kreisler zur ebenso vergnüglichen wie bewegenden musikliterarischen Revue „Weiber, Wahnsinn und Dämonen“  zusammengestellt. Ihr Auftritt begeisterte das Publikum.

PFULLINGEN. Schon mit den ersten Klavier-Takten gewann der vorzügliche Theatermusiker Joachim Günther die gespannte Aufmerksamkeit des Publikums. Die von ihm ausgewählten aparten Arrangements von jiddischen Swing-Stücken sind hierzulande selten live zu hören. Ein Rag-Time Schema etwa wird mit Klezmer-Elementen angereichert, übermütigen Pralltrillern und Vorschlägen;  manches erinnerte an die virtuosen Klavier-Exkurse von „Chico“ in den Filmen der „Marx-Brothers“. Akustisch entstand etwas vom Flair des East-Broadway, von dem noch Woody allen zehrt: die eigenartige und anziehende Mischung von Esprit, metaphysischer Sehnsucht, Heiterkeit und Melancholie.
Der Schauspieler und Sänger Michael Chaim Langer stand während der knappen Instrumental-Einleitung am Klavier, dem Pianisten zugewandt, so nicht von dessen Vortrag ablenkend. Und noch während er weiterspielte, schuf Günther den gleitenden Übergang zur szenischen Darstellung, gab einige notwendige Informationen zur Biographie Singers, der als Sohn eines Rabbiners in einem polnischen Städtchen aufwuchs, ehe die Familie in einen Vorort der Hauptstadt Warschau umzog. Umwerfend agierte Langer, blitzartig Rollen, Stimmungen und Affekte wechselnd. Aus der Perspektive des Knaben Singer ließ er szenisch den jiddischen Konflikt zwischen Aufklärung und Wunderglauben erstehen. Sein Vater, der Rabbi, neigt zum Glauben an Dämonen; seine Mutter favorisiert rationale Modelle der Welterklärung. Ängstlich sucht eine Frau Rat, weil ihre zum Verzehr bestimmten, schon geschlachteten Gänse noch Töne von sich geben, sobald sie aufeinander gelegt werden. Des Rätsel Lösung soll hier nicht verraten werden. Aber die Parteinahme des Sohnes für den väterlichen Rabbi, die die inständige Hoffnung, etwas Übernatürliches, Metaphysisches möge im Spiel sein, stellte Langer ebenso überzeugend dar wie die Ängstlichkeit der Ratsuchenden und die rational-lebenspraktische Haltung der Mutter.
Vorzüglich passte dazu Kreislers Chanson „Von der Wirklichkeit“, die eben wenigstens um eine Phantasie- Dimension zu erweitern ist. „Denn die Wirklichkeit ist ein Märchen, das der Physiker nicht kapiert/ den der Wissenschaftler spaltet Härchen/ doch der Träumer ist bereits frisiert“.
Versunken, ausgelöscht ist die Welt des „Schtetls“. Mit dem schlichten jiddischen Lied „Wos gewej’n is“ („Was mal war, ist verschwunden, es ist dahin“), leitete das Duo über zur amerikanisch-jüdischen Welt. Den spontanen Witz Singers zeigten Ausschnitte aus einem Interview. Gefragt, wieso er in der „toten“ Sprache Jiddisch schriebe, erwiderte Singer ein Mal: „Nun, ich glaube, das bald der Messias kommt. Millionen von Jidden werden dann aus ihren Gräbern aufstehen, und als erstes fragen: ‚Gibt es eine neues Buch auf Jiddisch ?’“.
Gleichsam dunkelblau getönte melancholische Stimmung erzeugte Günther am Klavier mit „Mood Indigo“ von Duke Ellington, ehe Langer zu einem großartigen Monolog ansetzte, über eine verzwickte Dreier-Beziehung, Liebes- und Beziehungs-Experimenten der jungen Leute in den Siebziger Jahren frappant ähnelnd. Mehrere Chansons von Kreisler (vor allem aus den „Nichtarischen Arien“ und den „Liebesliedern am Ultimo“) begeisterten, auch deswegen, weil das Duo eigene Ausdrucksnuancen fand, sich nicht darauf beschränkte, den Meister zu kopieren. Begeisterte Beifall, zwei Zugaben charmanter jiddischer Liedchen.
Gerhard Jung     

Furios!!!! - Einer der kurzweiligsten und amüsantesten Abende (nicht nur) meines Lebens!!!
Wann kommen die beiden wieder???

Ich finde Ihr Programm ausgezeichnet, sehr anregend, berührend und hervorragend dargeboten!

Mit seiner frappierenden Gestik und Mimik verwandelt Langer sich in Sekundenschnelle, spielt zwei, drei oder sogar vier Personen auf einmal. Und alle sind gleichermaßen typisch und einzigartig!

Joachim Günther beherrscht sein Instrument meisterhaft und begleitet Langer mit großem Einfühlungsvermögen.

Der Schauspieler, Sänger und Pantomime braucht mit einem Stuhl, einem schwarzen Mantel und Hut, einer Schirmmütze und einer Brille nur sehr wenige Kostüme und Requisiten, um die unterschiedlichsten Typen und Charaktere zu skizzieren. Der gebürtige Israeli kann sich voll und ganz auf seine originellen Gesten, unerschöpfliche Mimik, prägnante Körpersprache und sonore Baritonstimme verlassen.

Das hochkonzentrierte und professionelle Klavierspiel Günthers besitzt einen sprühenden und schwerelosen Charme und zugleich eine anrührende Sinnlichkeit. In seinen Soli provoziert er regelmäßig spontanen Szenenbeifall!